Drohnen-Führerschein
Mit Profi-Wissen zum Drohnenführerschein bzw. den Kenntnisnachweisen

Für was brauche ich den Drohnenführerschein bzw. Kenntnisnachweis?

Die umfassenden gesetzlichen Regelungen zum Betrieb von Drohnen (siehe "Drohnen Gesetz 2021") dienen nicht nur der Sicherheit, sondern auch der Regelung von Haftungsfragen im Fall, wenn was schief geht. Vor diesem Hintergrund sollte man schon eine genauere Vorstellung davon haben, auf was man sich beim Kopter-Fliegen einlässt.

Die gesetzlichen Regelungen, die es zu beachten gilt, sind vielfältig und komplex und können je nach Landesluftfahrtbehörde variieren, zum Beispiel in der Frage, wo und ab welchem Startgewicht ein Kenntnisnachweis benötigt wird. Ab 500g benötigt man ab 2021 nun für alle Bestanddrohnen je nach Risiko-Gebiet mindestens den A1-Schein oder meisten sogar den A2-Schein plus einen Praxisfachkundenachweis.

Fazit: Der Erwerb des Kenntnisnachweis ist jedem zu empfehlen, selbst für unter 250g Drohnen selbst wenn er sehr weit entfernt von besiedelten Strukturen fliegt. Denn er muss fast die gleichen Luftverkehrsregeln kennen und einhalten wie alle anderen auch, denn er stellt mitunter nur vermeintlich ein geringeres Risiko dar. Wer z.B. außerhalb der Sichtweite fliegt oder über 100

Wer gewerblich als Luftbildfotograf tätig ist, kommt um den Erwerb des Kenntnisnachweises gar nicht herum.

Hätten Sie's gewusst? Das allseits beliebte Veröffentlichen von Luftbildern auf facebook oder youtube kann bereits - formal rechtlich betrachtet - den "Sport und Freizeitzweck" brechen. facebook beansprucht bis dato die Nutzung der geposteten IP-Inhalte (IP = intellectual property). Diese werden damit einer gewerblichen Nutzung zugeführt. Zudem ist "Veröffentlichung" von Bildmaterial alles andere als eine private Angelegenheit, eher genau das Gegenteil. Vor diesem Hintergrund könnte sich der "Hobby"-Filmemacher ungewollt auf der gleichen Stufe wiederfinden, wie der gewerbliche Fotograf oder die Filmproduktionsfirma. Mit allen rechtlichen Konsequenzen für den Luftbildfotografen.

Im Folgenden einige Auszüge aus den einschlägigen Gesetzen und Vorschriften mit Anmerkungen dazu:

 



Innerorts ist für die  öffentlichen Flächen das Ordnungsamt (KVR oder Bürgeramt) zuständig. Erfahrungsgemäß aber stoßen Anfragen von Kopterfliegern auf wenig Begeisterung bei den städtischen Ämtern; Beispiel München, Zitat Ordnungsamt sinngemäß: "Suchen Sie sich doch lieber ein Privatgrundstück und holen Sie eine Erlaubnis vom Eigentümer ein ..." 

Der Hintergrund: Bei der Nutzung der Verkehrsflächen und Grünanlagen liegt eine Sondernutzung vor, wenn man diese als "Start- & Lande-Platz" nutzen möchte, siehe "münchen.de": "Eine Sondernutzung liegt vor, wenn öffentlicher Straßengrund über den Gemeingebrauch (Gehen, Fahren, Parken) hinaus genutzt wird. Eine solche Sondernutzung bedarf nach Art. 18 Abs. 1 des Bayerischen Straßen- und Wegegesetzes (BayStrWG) der Erlaubnis und darf erst nach Erteilung der Erlaubnis ausgeübt werden." (zitiert nach: https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Kreisverwaltungsreferat/Verkehr/Verkehrsanordnung/Strassensondernutzung.html, Hervorhebungen durch den Verfasser)

Selbst wenn man dann die Genehmigung zur Sondernutzung erhalten hat, gilt es selbstverständlich noch darauf zu achten, dass andere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Rollstuhlfahrer, Mütter mit Kinderwagen oder radfahrende Kinder keinen Schaden nehmen. Die für den jeweiligen Einzelfall anzuwendenden Maßnahmen zur Gefahrenabwehr werden in der Genehmigung standortbezogen in den Auflagen mitgeteilt.

Wenn man innerorts Filmaufnahmen tätigen möchte und mehr als nur eine Handkamera oder Schulterkamera verwendet und keine aktuelle Nachrichten-Berichterstattung umsetzt, benötigt man zusätzlich eine Drehgenehmigung (Beispiel hier Drehgenehmigungsantrag münchen.de).

Abschließend eine Empfehlung des Luftamts Bremen:
"Für Flugmodelle, die zu Sport- und Freizeitzwecken genutzt werden,
empfiehlt die Luftfahrtbehörde grundsätzlich die Nutzung von geeigneten Flugmodellgeländen."

(zitiert nach http://service.bremen.de/de/dienststelle/detail.php?template=20_search_d&search%5Bsend%5D=true&lang=de&search%5Bvt%5D=drohne)

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Disclaimer: Auch wenn hier Gesetzestexte zitiert und erläutert werden, handelt es sich nicht um eine Rechtsberatung. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Rechtsberatung für Kopter-Flieger kann beispielsweise über den Bundesverband Copterpiloten e.V. vermittelt werden.





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